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Basisauswertung zum Thema Kooperationen

Bei Kooperationen in der Wissenschaft blickt man häufig nur auf Forschungskooperationen. Dabei wird auch bei anderen Aktivitäten nicht selten kooperiert, wie Abbildung 4 verdeutlicht.

 

Abbildung 4 Kooperation bei verschiedenen Aktivitäten

 

Dennoch wird am häufigsten in der Forschung kooperiert: So geben über 70 % an, häufig oder sogar ausschließlich mit anderen zu forschen. Lediglich 4,5 % geben an, dass sie ausschließlich alleine forschen. Auf der anderen Seite geben auch für die Lehre lediglich ein Fünftel der Befragten an, diese ausschließlich alleine durchzuführen.

Schaut man sich an, wie häufig die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit bestimmten Personengruppen arbeiten (siehe Abbildung 5), so zeigt sich, dass erwartungsgemäß ein Großteil der Befragten regelmäßig, sprich oft, sehr oft oder immer, mit Kolleg:innen aus der eigenen Disziplin arbeitet (80,7 %).  Interdisziplinäres Arbeiten ist immerhin noch für 49,8 % der Befragten eine gängige Arbeitspraxis. Selbst bezüglich transdisziplinären Arbeitens, also Arbeiten mit Nicht-Wissenschaftler:innen oder Personen außerhalb der Wissenschaft, geben ganze 18,5 % der Befragten an, dies regelmäßig zu tun.

 

Abbildung 5 Häufigkeiten intra-, inter-, und transdiziplinäres Arbeiten

 

Für Kooperationen speziell im Bereich „Forschung“ haben wir die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konkreter nach ihren Kooperationspartner:innen befragt (siehe Abbildung 6). Von denen, die kooperieren, geben die allermeisten an, mit anderen Wissenschaftler:innen aus dem eigenen Arbeitsbereich, bzw. Team (86 %) oder der eigenen Uni (71 %) zu. Mit anderen Universitäten in Berlin kooperieren 41 %, mit anderen Universitäten in Deutschland 59 % und mit Universitäten im Ausland 55 %.

Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind bei den Befragten ebenfalls weit verbreitet (47 %). Davon gehen knapp ein Drittel auf Forschungskooperationen mit einer Forschungseinrichtung aus dem Berliner Forschungsraum zurück.  

Etwas seltener sind mit 27 % die Forschungskooperationen mit Unternehmen. Dies sicherlich nicht zuletzt, weil Unternehmen nicht für alle wissenschaftlichen Bereiche gleichermaßen relevant sind. Immerhin noch knapp 14 % der Befragten kooperieren mit Unternehmen aus dem Berliner Forschungsraum.

Am seltensten wird mit Hochschulen für angewandte Wissenschaften in der Forschung kooperiert (6 %). Häufiger wird noch mit zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und Organisationen kooperiert, wie z.B. Stiftungen, Vereinen, Verbänden, NGOs und Bürger:innen (15 %). 

 

Abbildung 6 Kooperationspartner:innen

 

Wie viel Kooperation gut und wünschenswert ist, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten. Noch weniger lässt sich hieraus ableiten, ob ein Bedarf nach mehr Kooperationsbeziehungen besteht. Für diese Fragen bedarf es eines vertieften Blicks auf die spezifischen Kooperationsbedarfe von Wissenschaftler:innen. Daten hierzu wurden im Rahmen der Befragung ebenfalls erhoben. Die entsprechenden Analysen werden wir zu einem späteren Zeitpunkt bereitstellen.

Bei der Frage danach, was gut und was weniger gut in Kooperationen funktioniert, beschreiben die Wissenschaftler:innen ihre eigenen Erfahrungen als ganz überwiegend positiv (siehe Abbildung 7). Hervorzuheben ist hierbei, dass vor allem die „harten“ Erfolgsbedingungen – „Erfüllung der Projektziele“ und „Erfüllung eigener Ziele“ – von nur ganz wenigen als eher schlecht oder schlecht funktionierend benannt werden und von der überwiegenden Mehrheit als eher gut bzw. sehr gut funktionierend. Sehr positiv zu vermerken ist, dass das Vertrauen zwischen den Kooperationspartner:innen, als eine grundlegende Bedingung für Kooperationen überhaupt, seitens der Befragten überaus gut bewertet wird. 

Bemerkenswert ist zudem, dass die Integration verschiedener fachlicher Perspektiven („Interdisziplinarität“) ebenfalls weniger Schwierigkeiten bereitet. Schwierigkeiten deuten sich am ehesten bei der Arbeitsteilung, Mittel- und Ressourcenverteilung sowie der Integration verschiedener Arbeitsstile an.

 

Abbildung 7 Bewertung von Kooperationen

 

Insgesamt zeigt dieser Überblick zu den Kooperationsbeziehungen, dass es für diesen Bereich in der Breite keinen dringlichen Verbesserungsbedarf gibt. Zu bedenken ist hierbei jedoch, dass lediglich Personen befragt wurden, die Kooperationsbeziehungen unterhalten. Es kann durchaus sein, dass vertiefende Analysen zeigen, dass bei der Anbahnung von Kooperationen Unterstützungsbedarf besteht. Dies deutet auch die Abbildung 17 an.